TCO/TERREG civil society letter

Verordnung über terroristische Online-Inhalte: Zeit, die Dinge richtig zu stellen. Übersetzung des Offenen Briefes von Diego Naranjo (EDRi) vom 16.03.2020.

Ich bin überzeugt, dass der einzige wirksame Weg zur Bekämpfung des Terrorismus fest in der Achtung der Grund- und Menschenrechte verankert ist.
- EU-Sicherheitskommissar Sir Julian King, 14. November 2016.

Die "Terrorist Content Online Regulation"-Verhandlungen (Verordnung zur Verhinderung der Verbreitung terroristischer Inhalte) werden in Brüssel unter Ausschluss der Öffentlichkeit ("Trilog") fortgesetzt. Nach unserem Offenen Brief vom Dezember sind die Dinge zunächst recht langsam vorangekommen. In letzter Zeit werden neue Texte zügiger diskutiert, um bald eine Einigung zu erzielen. Dennoch, so der Europaabgeordnete Patrick Breyer, stehen noch viele Schlüsselfragen zur Diskussion.

Die Verordnung ist einer der wichtigsten Rechtsakte, die im Laufe des Jahres 2020 verhandelt werden sollen. In ihrem ursprünglichen Vorschlag wurde sie wegen ihrer möglichen Auswirkungen auf die Privatsphäre und die Meinungsfreiheit heftig kritisiert. Kritiker sind die EU-Grundrechtsagentur, dem Europäischen Datenschutzbeauftragten (EDSB) und den UN-Sonderberichterstatter.

Wenn die Verordnung nicht korrekt durchgeführt wird, könnte sie zur Auferlegung von "[Staats-]terrorfiltern" führen, die

Das Europäische Parlament hat einige der wichtigsten von uns geforderten Schutzmaßnahmen in den Bericht des Ausschusses für Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE) aufgenommen. Dieser Bericht repräsentiert auch die Position des Parlaments als Ganzes in den gegenwärtigen Verhandlungen.

Die Verhandlungsführer der EU-Mitgliedstaaten und des Europäischen Parlaments müssen sicherstellen, dass der endgültige Text genügend Schutzmaßnahmen enthält, wie sie im Bericht des Parlaments vorgeschlagen werden. Sie müssen besonders auf Folgendes achten:

Wenn diese Verordnung angenommen werden soll, müssen die politischen Entscheidungsträger sicherstellen, dass sie nicht zu der Unsicherheit führt, die durch andere vertikale Rechtsvorschriften zur Regelung von Online-Inhalten entsteht. Wenn der Text die Stimmen von Journalisten, Menschenrechtsgruppen, der EU-Grundrechtsagentur und drei UN-Sonderberichterstattern nicht berücksichtigt, riskieren wir, einen schlechten Präzedenzfall für zukünftige evidenzbasierte und menschenrechtsorientierte Gesetzgebung zu schaffen. Glücklicherweise ist noch Zeit, um die Dinge richtig zu stellen. Wenden Sie sich an Ihre örtliche Organisation für digitale Rechte; erfahren Sie, wie Sie deren Arbeit im aktuellen Stand der Dinge unterstützen können.

Lesen Sie mehr dazu:

Terrorist Online Content Regulation: Document Pool (21.11.2018)
https://edri.org/terrorist-content-regulation-document-pool/

Committee to Protect Journalists (11.03.2020) (21.11.2018)
https://cpj.org/2020/03/eu-online-terrorist-content-legislation-press-freedom.php

Human rights defenders are not terrorists, and their content is not propaganda (21.01.2020)
https://blog.witness.org/2020/01/human-rights-defenders-not-terrorists-content-not-propaganda/

Lifting the veil on the secretive EU terror filter negotiations: Here’s where we stand  (09.03.2020)
https://www.patrick-breyer.de/?p=590541&lang=en

FRA and EDPS: Terrorist Content Regulation requires improvement for fundamental rights (20.02.2019)
https://edri.org/fra-edps-terrorist-content-regulation-fundamental-rights-terreg/

Terrorist Content Regulation – prior authorisation of all uploads? (21.11.2018)
https://edri.org/terrorist-content-regulation-prior-authorisation-for-all-uploads/

Contribution by Diego Naranjo, EDRi

Coverimage by ERDi